Was ist ein „Mitarbeiter-Exzess“?

Kann ich persönlich eine Geldbuße von der Datenschutzaufsicht erhalten, wenn ich gegen den Datenschutz am Arbeitsplatz verstoße? Die Antwort lautet: Nur wenn mir ein „Mitarbeiter-Exzess“ vorgeworfen werden kann. Aber was bedeutet das genau? Und wie kann ich so etwas vermeiden?

Beschäftigte haben bestimmte Regeln einzuhalten

Beschäftigte müssen die Vorgaben ihres Arbeitgebers befolgen. Das sind die Spielregeln in einem Arbeitsverhältnis. Die Einhaltung dieser Regeln ist auch für den Datenschutz von großer Bedeutung. Da die Unternehmensleitung für den Datenschutz verantwortlich ist, muss sie sicherstellen, dass die Vorgaben beachtet werden.

Nur Beschäftigte können den Datenschutz „vor Ort“ umsetzen

Auch kluge und richtige Vorgaben bringen nichts, wenn sie nicht tatsächlich befolgt werden. Das gilt insbesondere für die Verarbeitung von Daten, bei der die Beschäftigten eine wichtige Rolle spielen. Sie haben die Daten von Kunden, Lieferanten und Kollegen direkt in ihren Händen und nicht die Unternehmensleitung.

Die Unternehmensleitung ist im Alltag oft weit weg

Natürlich ist es Aufgabe der Unternehmensleitung, die Einhaltung der Vorgaben durch Stichproben zu überprüfen. Im Alltag kann sie jedoch darauf vertrauen, dass ihre Beschäftigten korrekt handeln. Natürlich passieren auch Fehler. In solchen Fällen ist es dann die Aufgabe der Führungsebene, die Dinge zu klären. Im Alltag kann sie jedoch auf ihre Beschäftigten zählen.

Manchmal verstoßen Beschäftigte gegen Regeln

Es kann vorkommen, dass ein Beschäftigter sich nicht an die Vorgaben hält, beispielsweise wenn er eigenmächtig Daten von Kunden oder anderen Beschäftigten abfragt. Ein solcher Fall wurde vor dem Europäischen Gerichtshof verhandelt. Wenn ein Beschäftigter Daten ohne betrieblichen Grund abruft, verstößt er bewusst gegen die Vorgaben des Arbeitgebers.

Es gibt typische Beispiele für Fehlverhalten von Beschäftigten

Immer wieder kommt es vor, dass Beschäftigte mit Kundenkontakt Kommunikationsdaten missbrauchen. Zum Beispiel nutzt ein Kundenberater Kundendaten aus privaten Gründen, um Kontakt aufzunehmen. Auch manche Beschäftigte werden in Versuchung geführt, wenn sie die Stelle wechseln. Einige nehmen Kundendaten mit, um ihrem neuen Arbeitgeber zu helfen.

Vorsätzliche Verstöße werden als „Exzess“ betrachtet

Für solche bewussten Verstöße gegen Datenschutzvorgaben von Beschäftigten wurde der Begriff „Mitarbeiter-Exzess“ geprägt. Der Exzess ist ein Verhalten, das bewusst die Regeln ignoriert. Die Verantwortung dafür liegt beim Beschäftigten und nicht beim Arbeitgeber.

Ein solcher Exzess führt zu einer Verlagerung der Verantwortung

Nach dem Datenschutzrecht ist nicht der einzelne Beschäftigte, sondern das Unternehmen, für das er arbeitet, verantwortlich. Voraussetzung dafür ist, dass die Beschäftigten personenbezogene Daten unter der Aufsicht des Unternehmens und im Einklang mit seinen Anweisungen verarbeiten. Wenn sie jedoch bewusst gegen diese Anweisungen verstoßen, werden sie selbst für den Datenschutz verantwortlich. Ab diesem Punkt ist der Arbeitgeber nicht mehr involviert.

Die Beschäftigten tragen dann die Verantwortung selbst

Wenn ein Beschäftigter dienstliche Daten für private Zwecke verwendet, handelt er außerhalb des Arbeitsverhältnisses. In diesem Fall muss er selbst die Vorgaben des Datenschutzes einhalten, was die ordnungsgemäße Information der betroffenen Personen über die Datenverarbeitung beinhaltet. Ein Verstoß gegen den Datenschutz kann zu einer Geldbuße führen, die an den Beschäftigten persönlich gerichtet ist.

Die Verantwortung der Unternehmensleitung endet jedoch

In Unternehmen sollten Mechanismen vorhanden sein, um Verstöße durch Stichproben zu erkennen. Alles andere würde eine Totalüberwachung am Arbeitsplatz bedeuten, die zu Recht verboten ist. Im Falle von Stichproben liegt der Missbrauch von Daten für private Zwecke außerhalb des Verantwortungsbereichs des Unternehmens.

Ein einfacher Rat erspart Ärger

Für Daten am Arbeitsplatz gilt: Verwenden Sie sie nicht für private Zwecke! Wer sich daran hält, vermeidet unnötigen Stress und Ärger.